Der geldpolitische Rat senkt die Zinsen erneut: Kreditnehmer profitieren, Inflation sinkt
Nachdem die Inflation im Oktober auf 2,8 % gesunken war, verglichen mit früheren Prognosen NBP Unter der Annahme einer möglichen Rückkehr zu über 3 Prozent und einer deutlichen Senkung der Kerninflation, die Entscheidung RPP Eine weitere Zinssenkung kommt nicht überraschend. Der Leitzins der Polnischen Nationalbank (NBP) liegt aktuell bei 4,25 % und damit weiterhin deutlich über der Inflationsrate, was den Weg für weitere Senkungen ebnet. Niedrigere Zinsen wirken sich direkt auf die Kosten der Kreditbedienung aus. Das bedeutet, dass die monatlichen Hypothekenzahlungen in polnischen Złoty derzeit um 12 bis 18 Złoty pro 100 Złoty Schulden sinken, was einer wachsenden Zahl von Kreditnehmern spürbare Entlastung bringt.
Verbraucherpreisindex überrascht, Prognosen verfehlen
Der geldpolitische Rat (MPC) hat heute beschlossen, die Leitzinsen um weitere 25 Basispunkte zu senken. Der Leitzins liegt aktuell bei 4,25 %. Diese Entscheidung ist nicht überraschend, da nach dem Rückgang der Inflation im Oktober auf 2,8 % (nach 2,9 % im August und September) der Weg für weitere Zinssenkungen weit offen stand. Dies gilt insbesondere, da die Polnische Nationalbank (NBP) noch vor wenigen Monaten davon ausging, dass die Inflation in der zweiten Jahreshälfte wieder die 3-%-Marke überschreiten könnte, vor allem aufgrund höherer Energie- und Dienstleistungskosten sowie eines möglichen Anstiegs der Lebensmittelpreise. Unterdessen sind wir dem Inflationsziel der NBP von 2,5 % einen weiteren Schritt näher gekommen.
Die Inflationsrate des Verbraucherpreisindex (VPI) lag im Oktober unter den Erwartungen der Ökonomen, die mit einer stagnierenden Inflation gerechnet hatten. Im Monatsvergleich stiegen die Preise lediglich um 0,1 %, was deutlich zeigt, dass der Preisdruck kurzfristig nachgelassen hat. Die Lebensmittelpreise blieben im Oktober gegenüber September unverändert. Im Jahresvergleich stiegen die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke um 3,4 %. Dies liegt zwar über der allgemeinen Inflationsrate, aber unter dem Anstieg von 4,2 % im Vormonat. Die Energiepreise stiegen im Jahresvergleich um 2,6 %, nach 2,4 % im Vormonat. Die Preise für Kraftstoffe und Benzin stiegen im Oktober um 1 %. Dies zeigt, dass der Einfluss der gestiegenen Energiepreise auf die Inflation begrenzt ist und die Inflation weiter sinkt, anstatt zu steigen.
Kerninflation auf Mehrjahrestief
Die Kerninflation, ein Indikator, dem der geldpolitische Rat besondere Aufmerksamkeit schenkt, fiel ebenfalls auf den niedrigsten Stand seit November 2019 und dürfte bei 3 % liegen (gegenüber 3,2 % im September). Die Kerninflation ist ein Preisindex, der die volatilsten Komponenten, vor allem Nahrungsmittel und Energie, ausklammert und die anhaltenden Inflationstrends in der Wirtschaft besser widerspiegelt.
Das wichtigste Argument gegen weitere Zinssenkungen bleibt jedoch die anhaltend lockere Fiskalpolitik der Regierung. Der Haushaltsentwurf für 2026 prognostiziert ein hohes Defizit von 6,5 % des BIP, lediglich ein geringfügiger Rückgang gegenüber rund 7 % im Jahr 2025. Dies deutet darauf hin, dass die Konjunkturprogramme das Wirtschaftswachstum weiterhin stützen und somit weitere Inflationssenkungen behindern könnten.
Anlegerstimmung: Inflation ist nicht mehr die größte Bedrohung
Der Rat für Geldpolitik (MPC) scheint im Einklang mit der Stimmung der polnischen Investoren zu handeln, die ebenfalls davon ausgehen, dass das Inflationsrisiko deutlich abnimmt. Laut der jüngsten Umfrage eToro Die Umfrage „Individual Investor Pulse“ zeigt, dass die Inflation nach vielen Quartalen an der Spitze der größten Anlegersorgen auf den zweiten Platz abgerutscht ist. Das Risiko internationaler Konflikte steht mit 25 % Nennungen an erster Stelle. Inflation wird von 22 % der Befragten befürchtet, eine Rezession in Polen und weltweit jeweils von 12 %.
Entlastung für Kreditnehmer, schwächere Aussichten für Sparer
Die Zinssenkung ist für Hypothekenkreditnehmer erfreulich, da sie niedrigere Raten von etwa 12–18 PLN pro 100 PLN bedeutet. Zu beachten ist jedoch, dass dies nicht für Kreditnehmer mit festem Zinssatz gilt. Bei ihnen tritt die Zinsänderung erst nach Ablauf der Zinsbindungsfrist, in der Regel nach fünf Jahren, in Kraft. Die Zinssenkung kann auch für andere variabel verzinsliche Kreditprodukte wie Bargeldkredite und Kreditkarten gelten. Andererseits bedeutet sie auch, dass Inhaber von Bankeinlagen und Festgeldanlagen mit niedrigeren Zinsen rechnen müssen.
Über den Autor
Pawel Majtkowski - Analytiker eToro auf dem polnischen Markt, der seinen wöchentlichen Kommentar zu den neuesten Börseninformationen veröffentlicht. Paweł ist ein anerkannter Finanzmarktexperte mit langjähriger Erfahrung als Analyst in Finanzinstituten. Er ist auch einer der meistzitierten Experten im Bereich Wirtschaft und Finanzmärkte in Polen. Er absolvierte das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Warschau. Er ist auch Autor zahlreicher Veröffentlichungen im Bereich Investitionen, persönliche Finanzen und Wirtschaft.
