Wie geht es mit dem britischen Pfund weiter? Das Bild bleibt negativ.
Die letzte Entscheidung Bank of England Die Ankündigung, die Zinssätze unverändert zu lassen, könnte sich für das Pfund Sterling lediglich als kurzfristige Erholung erweisen. Die Performance der britischen Währung verbesserte sich zwar kurzzeitig, doch dieser kurzfristige Aufschwung ändert nichts am Gesamtbild, das für das Pfund weiterhin negativ bleibt.
Hartnäckige Inlandsinflation
Der Euro-Pfund-Wechselkurs ist ein guter Indikator für die Lage der britischen Wirtschaft. In den letzten Tagen stieg das Währungspaar über 0,88, ein Niveau, das zuletzt 2022 erreicht wurde. Großbritannien kämpft seit Langem mit einer höheren Inflation als die Eurozone und der Großteil Kontinentaleuropas. Dies ist auf eine äußerst unglückliche Kombination von inländischen preistreibenden Faktoren zurückzuführen, die eine sehr hartnäckige inländische Inflation verursachen.Gleichzeitig hinkt die britische Wirtschaft den meisten EU-Ländern hinterher. Angesichts dieser Realität kann die Europäische Zentralbank mit Fug und Recht behaupten, sich in einer guten Lage zu befinden: Die Inflation in der Eurozone hat sich dem Zielwert angenähert, der Arbeitsmarkt ist weiterhin robust, und die Zentralbank kann es sich leisten, geduldig zu sein. Die Bank von England hat diesen Luxus nicht.
Die britische Zentralbank nähert sich dem Punkt, an dem sie sich zwischen einer deutlich stärkeren Abkühlung der Wirtschaft und der Akzeptanz einer noch höheren Inflation entscheiden muss, die voraussichtlich bereits die höchste seit Beginn der Pandemie sein wird. G7Die jüngste Abstimmung der Bank of England, bei der vier Mitglieder für eine Zinssenkung stimmten, könnte einige Hinweise auf die zukünftige Richtung liefern.
Es sollte jedoch betont werden, dass ein Großteil der Schwäche Großbritanniens und des Pfunds bereits weitgehend im Wechselkurs eingepreist ist.Bei einem Eurokurs über 0,88 würde eine weitere deutliche Abschwächung des Pfunds ein ernsthaftes und klares Signal hinsichtlich der künftigen Geldpolitik erfordern – entweder von der Europäischen Zentralbank oder der Bank von England.
Pfund-Dollar-Verhältnis
Die Lage des Pfunds erscheint im Vergleich zum Dollar deutlich interessanter. Die britische Währung notiert derzeit nahe ihrem niedrigsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit etwa sechs Monaten. Der Dollar geriet jedoch durch den Zinssenkungszyklus im Ausland unter Druck, der sich den Markterwartungen zufolge in den letzten Monaten noch beschleunigt hat. Der Vorsitzende der US-Zentralbank vertritt jedoch eine andere Meinung und warnte die Anleger deutlich davor, dass eine Zinssenkung im Dezember trotz der zunehmenden Anzeichen einer Verlangsamung der US-Wirtschaft nicht sicher sei.Sollte die derzeitige Haushaltssperre der Bundesregierung in den kommenden Tagen enden, könnte dies zudem einen erheblichen Zufluss von Geldern auf den US-Finanzmarkt bewirken und den Dollar stärken.
Infolgedessen dürfte sich der Euro-Pfund-Wechselkurs in naher Zukunft auf einem hohen Niveau stabilisieren, bedingt durch die unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeit, die Kapitalströme und die Zinsdifferenz. Der Pfund-Dollar-Wechselkurs hingegen wird weiterhin deutlich sensibler auf selbst geringfügige Stimmungsänderungen oder den Tonfall der Aussagen der Währungsbehörden reagieren.
Quelle: Kamil Szczepański, XTB
